Hast du gewusst, dass über 50 Prozent aller Wildbienenarten in Deutschland gefährdet sind? 🐝 Als ich vor acht Jahren mit dem Imkern begonnen habe, war mir das nicht bewusst. Heute stehe ich hier in Buchhorst zwischen meinen 16 Bienenvölkern und beobachte, wie sich die Landschaft verändert hat.
Die gute Nachricht: Gegen das Bienensterben kannst du etwas tun! Und nein, dafür musst du nicht gleich Imker werden. In diesem Artikel zeige ich dir 7 konkrete Dinge, die du sofort umsetzen kannst, um das Bienensterben zu stoppen. Egal ob du einen großen Garten hast, nur einen kleinen Balkon oder gar keinen eigenen Außenbereich.
Denn eines habe ich gelernt: Jede einzelne Blüte zählt. Jeder pestizidfreie Quadratmeter macht einen Unterschied. Und gerade hier im Herzogtum Lauenburg, zwischen Naturpark Lauenburgische Seen und den Feldern rund um Witzeeze, können wir gemeinsam etwas bewegen. 💚
Bienensterben in Deutschland: Die Fakten
Bevor wir über Lösungen gegen das Bienensterben sprechen, lass uns kurz auf die Zahlen schauen. Denn nur wenn wir das Problem verstehen, können wir gezielt handeln.
Die erschreckenden Zahlen
- In Deutschland gibt es rund 561 Bienenarten (NABU)
- Über 50% der Wildbienenarten sind gefährdet (Rote Liste)
- Honigbienenvölker: von 2,5 Millionen (1952) auf unter 1 Million heute
- 40% aller Insekten weltweit sind vom Aussterben bedroht (BUND)
Die Gründe sind vielfältig: intensive Landwirtschaft mit Monokulturen, Pestizideinsatz, zubetonierte Gärten, fehlende Nistplätze und der Klimawandel. Hier bei uns im Herzogtum Lauenburg sehe ich das jeden Tag. Wo früher bunte Feldränder blühten, steht heute oft nur noch Mais.
Aber ich sehe auch die andere Seite: Immer mehr Menschen in Witzeeze und Umgebung fragen mich, was sie gegen das Bienensterben tun können. Und genau das zeige ich dir jetzt!
7 Dinge gegen das Bienensterben, die du sofort tun kannst
Diese Liste gegen das Bienensterben habe ich aus meiner Erfahrung als Imker zusammengestellt. Alle Punkte sind praxiserprobt und erfordern weder viel Geld noch besonderen Aufwand.
Pflanze bienenfreundliche Blumen
Der einfachste Schritt: Setz auf ungefüllte Blüten! Gefüllte Zuchtrosen und Dahlien sehen zwar schön aus, bieten aber weder Nektar noch Pollen. Lavendel, Salbei, Thymian und Sonnenhut hingegen sind echte Bienenmagneten. Schon ein Quadratmeter macht einen Unterschied!
Verzichte auf Pestizide
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. Eine erschreckende Studie hat gezeigt: 21 von 22 als „bienenfreundlich“ verkauften Pflanzen im Handel waren pestizidbelastet! Kaufe bio oder ziehe deine Pflanzen selbst aus unbehandeltem Saatgut.
Schaffe Nistplätze
Wildbienen brauchen Hohlräume zum Nisten. Ein einfaches Insektenhotel aus Bambusstäben oder gebohrtem Hartholz reicht schon. Wichtig: Bohrlöcher müssen sauber sein (keine Splitter!) und mindestens 8cm tief.
Lass deinen Garten etwas wilder
Du musst nicht jeden Quadratzentimeter Rasen mähen. Eine Ecke mit Wildblumen, ein Stück Totholz, ein paar „unordentliche“ Bereiche – genau das brauchen Wildbienen. Meine Lieblingsecke in Buchhorst ist absichtlich etwas verwildert.
Biete Wasserstellen an
Gerade im Sommer brauchen Bienen Wasser. Eine flache Schale mit Steinen und Moos, auf denen sie landen können, genügt. Achte darauf, dass die Bienen nicht ertrinken können!
Unterstütze regionale Imker
Wenn du Honig kaufst, dann regional! Damit unterstützt du nicht nur die Bienenhaltung vor Ort, sondern förderst auch die Bestäubung in deiner Nachbarschaft. Und du weißt genau, woher dein Honig kommt. 🍯
Werde zum Multiplikator
Sprich mit deinen Nachbarn! Teile diesen Artikel, erzähle von deinen Erfahrungen. Je mehr Menschen gegen das Bienensterben aktiv werden, desto besser. Hier in Lauenburg und Umgebung könnten wir gemeinsam ein Netzwerk bienenfreundlicher Gärten schaffen.
Bienenfreundliche Pflanzen für jeden Standort
Nicht jeder hat einen großen Garten. Aber selbst auf dem kleinsten Balkon kannst du etwas für die Bienen tun. Hier sind meine Empfehlungen:
🌳 Für den Garten
Wenn du Platz hast, setze auf eine Mischung aus Früh-, Sommer- und Spätblühern. So haben die Bienen von März bis Oktober immer etwas zu futtern.
Lavendel
Salbei
Thymian
Sonnenhut
Fetthenne
Kornblume
Klatschmohn
Wilde Malve
Borretsch
Phacelia
Natternkopf
Weidenröschen
Mein Geheimtipp: Phacelia!
Auch „Bienenfreund“ genannt. Blüht wunderschön lila, ist super pflegeleicht und ein absoluter Nektar-Hotspot. Kannst du sogar als Gründüngung im Gemüsebeet verwenden. Win-win!
🌺 Für den Balkon
Kein Garten? Kein Problem! Auch in Blumenkästen gedeihen bienenfreundliche Pflanzen prima:
Lavendel
Thymian
Rosmarin
Oregano
Kapuzinerkresse
Männertreu
Glockenblume
Vanilleblume
Der Vorteil bei Küchenkräutern: Du lässt sie einfach blühen, anstatt sie vorher abzuernten. So hast du frische Kräuter UND bienenfreundliche Blüten!
❌ Diese Pflanzen bringen (leider) nichts
Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber manche beliebten Gartenpflanzen sind für Bienen nutzlos:
Gefüllte Rosen
Gefüllte Dahlien
Forsythie
Geranien (die meisten)
Chrysanthemen (gefüllt)
Kirschlorbeer
Das Problem: Gefüllte Blüten haben so viele Blütenblätter, dass Bienen nicht an Nektar und Pollen kommen. Und manche Pflanzen wie Forsythie bieten schlicht keinen Nektar.
Bienensterben stoppen: Was wir hier in Lauenburg tun können
Ich träume von einem Netzwerk bienenfreundlicher Gärten hier im Herzogtum Lauenburg. Von Witzeeze über Büchen bis zum Naturpark Lauenburgische Seen. Stell dir vor, was wir gemeinsam gegen das Bienensterben erreichen könnten!
Schon jetzt gibt es tolle Initiativen in Schleswig-Holstein. Bauern, die Blühstreifen anlegen. Gemeinden, die ihre Grünflächen insektenfreundlich umgestalten. Und ganz normale Menschen wie du und ich, die in ihren Gärten kleine Paradiese für Bienen schaffen.
Wenn du meine Bienen in Buchhorst besuchst, siehst du es selbst: Die Landschaft macht einen Unterschied. In der Nähe von naturnahen Gärten und Wildblumenwiesen kommen meine Völker deutlich besser durch das Jahr als in Gegenden mit viel Monokultur. Übrigens: Wie meine Bienen den Winter hier in Lauenburg überstehen, erzähle ich dir in einem anderen Artikel.
Kleine Schritte, große Wirkung
Du musst nicht deinen ganzen Garten umgraben. Fang klein an! Ein Blumenkasten mit Lavendel. Eine Ecke, die du nicht mehr mähst. Ein Verzicht auf das Unkrautvernichtungsmittel. Jeder kleine Schritt zählt.
Fazit: Du kannst das Bienensterben stoppen!
Ich weiß, die Zahlen zum Bienensterben am Anfang dieses Artikels klingen bedrohlich. Über 50% der Wildbienenarten gefährdet – das ist erschreckend. Aber genau deshalb ist es so wichtig, dass wir jetzt handeln.
Die gute Nachricht: Du kannst sofort loslegen! Schon morgen kannst du eine bienenfreundliche Pflanze kaufen, dein Insektenhotel planen oder einfach einen Teil deines Rasens wachsen lassen.
Und wenn du das nächste Mal im Supermarkt vor dem Honigregal stehst: Denk daran, dass regionaler Honig vom Imker nebenan nicht nur besser schmeckt, sondern auch die Bienenhaltung vor Ort unterstützt. Hier bei uns in Witzeeze, in Schleswig-Holstein, im ganzen Herzogtum Lauenburg – überall gibt es Imker, die mit Herzblut bei der Sache sind. 🍯
Lass uns gemeinsam das Bienensterben stoppen. Eine Blüte nach der anderen. Denn jeder Garten, jeder Balkon, jede bienenfreundliche Pflanze ist ein kleiner Sieg gegen das Bienensterben.
Du möchtest mehr erfahren? 🐝
Hast du Fragen zum bienenfreundlichen Gärtnern oder zum Bienensterben? Oder möchtest du mal bei meinen Bienen in Buchhorst vorbeischauen? Ich freue mich auf deine Nachricht!
Bis bald und summsige Grüße aus dem südlichen Schleswig-Holstein,
Deine Imkerei Fix
Natürlich. Regional. Aus Witzeeze. 🍯